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Reinecke

Deutsch-Ostafrika 15 Rupien 1916 T Tabora Goldmünze, Jaeger 728a

Deutsch-Ostafrika 15 Rupien 1916 T Tabora Goldmünze, Jaeger 728a

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Kaum eine deutsche Goldmünze erzählt so viel Geschichte wie die 15 Rupien 1916 T aus Tabora. Geprägt mitten im Ersten Weltkrieg im heutigen Tansania, mit handgeschnittenen Stempeln, Gold aus der kolonieeigenen Mine Sekenke und einer improvisierten Münzstätte in einer Eisenbahnwerkstatt, ist der sogenannte Goldelefant von Tabora eines der begehrtesten Stücke der deutschen Kolonialnumismatik. Dieses Exemplar gehört zur seltenen Stempelvariante Jaeger 728a, von der nur 6.395 Stück geprägt wurden.

Eine Goldmünze aus der Not des Krieges

Mit Kriegsbeginn war Deutsch-Ostafrika vom Deutschen Reich abgeschnitten. Neues Geld kam nicht mehr an, Truppen und Verwaltung mussten dennoch bezahlt werden. Gouverneur Dr. Heinrich Schnee ordnete deshalb am 15. April 1916 eine eigene Goldprägung an. In den Werkstätten der Eisenbahn in Tabora entstand eine Münzstätte aus dem Nichts. Als die Handpresse nach rund zweieinhalb Monaten versagte, zog die Prägung nach Lulanguru um, wo eine umgebaute Dampfpresse aus einer Erdnussölmühle weiterarbeitete.

Geleitet wurde das Unternehmen vom Bergbauingenieur Dr. Friedrich Schumacher, der nie zuvor eine Münze geprägt hatte. Überliefert ist, dass der Gouverneur ihm auf die Frage nach dem Wie lediglich ein Konversationslexikon in die Hand drückte.

Der Graveur, der am besten mit Wein arbeitete

Die Prägestempel schnitt ein singhalesischer Goldschmied vollständig von Hand. Schumacher berichtete später, der Mann habe besonders sorgfältig gearbeitet, wenn er getrunken hatte. Ob Legende oder nicht: Jede Tabora zeigt die Handschrift dieser Stempel, mit leicht unregelmäßigen Buchstaben und einem Relief, das sich deutlich von maschinell gefertigten Reichsprägungen unterscheidet.

Das Motiv der Vorderseite, ein Elefant vor dem Kilimandscharo, ging aus einem Wettbewerb hervor, den der Eisenbahnangestellte R. Vogt gewann. Die Rückseite zeigt den gekrönten Reichsadler mit der Umschrift DEUTSCH OSTAFRIKA und der Wertangabe 15 RUPIEN.

Gold aus Sekenke, jedes Stück ein Unikat im Farbton

Das Gold stammte aus der Mine Sekenke, der bedeutendsten Goldlagerstätte der Kolonie. Es wurde nur teilweise raffiniert und enthielt noch Silber, das mit Kupfer ausgeglichen wurde. Deshalb reicht der Farbton der Tabora Münzen von hellem Gelbgold bis zu einem warmen, rötlichen Ton. Dieses Exemplar zeigt einen satten, warmen Goldton.

Nur 16.198 Stück und ein verschollener Schatz

Geprägt wurden rund 200 Münzen am Tag, insgesamt nur 16.198 Stück. Davon entfallen 6.395 auf den ersten Stempel (Jaeger 728a) und 9.803 auf den zweiten (Jaeger 728b). Im September 1916 rückten belgische Truppen auf Tabora vor und die Prägung endete. Schumacher vergrub die letzten 200 Goldstücke in einer Blechdose hinter seinem Haus und sprach erst Jahrzehnte später darüber. Der Schatz von Tabora wurde nie gefunden. Viele weitere Münzen gingen als Andenken heimkehrender Soldaten verloren oder wurden eingeschmolzen.

So erkennen Sie die Variante Jaeger 728a

Die beiden Stempel unterscheiden sich an der Zierranke neben dem Adlerkopf. Bei der Variante 728a endet die Ranke rechts unter dem A von OSTAFRIKA und links auf Höhe des C von DEUTSCH. Bei der häufigeren Variante 728b läuft sie bis unter das T. Unser Exemplar zeigt eindeutig die Merkmale der selteneren Variante 728a.

Erhaltung und Echtheit

Die Münze präsentiert sich mit kräftigem Relief und klar ausgeprägten Details. Elefant, Kilimandscharo, Jahreszahl und Münzzeichen T sind ebenso deutlich lesbar wie Adler, Krone und Umschrift. Die für Tabora typische, leicht unregelmäßige Prägung und die feinen Spuren eines über hundertjährigen Umlaufs unterstreichen den authentischen Charakter dieser Notprägung.

Wir haben die Münze hausintern geprüft: Durchmesser, Maße und Gewicht entsprechen dem Original. Zusätzlich wurde die Dichte per hydrostatischer Wägung bestimmt und bestätigt das Feingold 750/1000 der Originalprägung.

Technische Daten

  • Land: Deutsch-Ostafrika, heute Tansania
  • Nominal: 15 Rupien
  • Jahrgang: 1916
  • Münzzeichen: T für Tabora
  • Variante: Jaeger 728a, kleine Arabeske
  • Auflage dieser Variante: 6.395 Stück
  • Gesamtauflage: 16.198 Stück
  • Material: Gold 750/1000
  • Sollgewicht: 7,168 g
  • Feingoldgehalt: ca. 5,38 g
  • Durchmesser: ca. 22 mm
  • Rand: glatt
  • Vorderseite: Elefant vor dem Kilimandscharo, Jahreszahl 1916, Münzzeichen T
  • Rückseite: Gekrönter Reichsadler, Umschrift DEUTSCH OSTAFRIKA, Wertangabe 15 RUPIEN
  • Prüfung: Maße, Gewicht und hydrostatische Wägung, hausintern geprüft

Häufige Fragen

Warum ist die 15 Rupien Tabora so begehrt?
Sie ist die einzige Goldmünze, die je in einer deutschen Kolonie geprägt wurde, ein echtes Notgeld aus Gold mit kleiner Auflage, handgeschnittenen Stempeln und einer außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte im Ersten Weltkrieg.

Was bedeutet das T auf der Münze?
Das T steht für die Münzstätte Tabora im heutigen Tansania, wo die Münze 1916 in einer Eisenbahnwerkstatt geprägt wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Jaeger 728a und 728b?
Beide stammen von unterschiedlichen Rückseitenstempeln. Bei 728a endet die Ranke neben dem Adlerkopf unter dem A von OSTAFRIKA, bei 728b unter dem T. Von 728a wurden nur 6.395 Stück geprägt, sie ist damit die seltenere Variante.

Ist auf der Münze Kaiser Wilhelm II. abgebildet?
Nein. Die Münze wurde unter Wilhelm II. ausgegeben, zeigt aber auf der Vorderseite den Elefanten vor dem Kilimandscharo und auf der Rückseite den Reichsadler.

Wie wurde die Echtheit geprüft?
Durchmesser, Maße und Gewicht wurden mit den Originalwerten abgeglichen. Die Dichte haben wir per hydrostatischer Wägung bestimmt, sie entspricht dem 750er Gold der Originalprägung.

Kann ich die Münze vor Ort ansehen?
Besichtigung vor Ort ist selbstverständlich nach Terminvereinbarung möglich. Bitte planen Sie einen Vorlauf von bis zu zwei Werktagen ein, da wir jedes Stück extern gesichert verwahren.

Juwelier Reinecke, Ihr Fachgeschäft für Gold, Münzen und Luxusuhren in Hildesheim seit 1999.

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